Projekt "GeiSt" gewinnt den Deutschen Pflegeinnovationspreis 2018

 

Pflegepreis

Die Preisverleihung am 14. März in Berlin machte es offiziell: „GeiSt – Gemeinsam in Steinheim“ ist der Gewinner des Pflegeinnovationspreises 2018. GeiSt hat eine gelungene Kooperation mit der Stadt und ihren Bürgern gestartet. Den Bewohnern bietet das innovative Quartiersmanagement individuelle Pflege- und Betreuungsmöglichkeiten sowie zahlreiche Freizeitangebote.

GeiSt – Ein innovatives Netzwerk

Das GeiSt-Projekt startete 2014 als Initiative der Stadt Steinheim und des Alters-Instituts des Evangelischen Johanneswerks zur Bewältigung des demografischen Wandels in der Region. Im Rahmen des Projekts baute das Ev. Johanneswerk mit Unterstützung der Stiftung Wohlfahrtspflege das „Helene-Schweitzer-Zentrum“, eine stationäre Einrichtung für 48 Bewohner, sowie 28 barrierefreie Wohnungen für ältere und pflegebedürftige Menschen und einem Nachbarschaftszentrum. Der damalige Bürgermeister und der Rat der Stadt Steinheim standen von Beginn an voll hinter dem Projekt und auch der heutige Bürgermeister, Carsten Torke, unterstützt es weiterhin mit seiner Arbeit in der Johannesstiftung, welche die Quartiersarbeit nach Projektende weiterführt. "Das Projekt „GeiSt“ – ein Gewinn für Steinheim. Ein großartiges Konzept, von allen Beteiligten aktiv gestaltet. Getragen von dem Willen, die geschaffenen Strukturen auch weiterhin  mit Leben zu füllen. Politik und Verwaltung unterstützen gerne und aus tiefer Überzeugung die Fortführung der erfolgreich implementierten Quartiers- und insbesondere Gemeinwesenarbeit. Viele Kommunen im Land blicken auf Steinheim. Darauf sind wir stolz, auch auf den Preis, den wir erhalten haben", sagt Torke.

Herzstück ist ein neuartiges Quartiersmanagement mit sechs Schwerpunkten: Ein Netzwerk kleiner Hilfen im Alltag, Entlastung für pflegende Angehörige, Hilfen für Familien mit an Demenz erkrankten Angehörigen, Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger im Quartier, (pflegerische) Krisenintervention und Netzwerkarbeit sowie ein regelmäßiges Angebot eines offenen Mittagstischs im Quartier. Gemeinsam mit Gemeinwesenarbeiterin Karola Schmidt entwickeln die Bürgerinnen und Bürger neue Formen des Miteinanders. Kochen und Essen, handwerkliche Arbeiten, Kultur- und Sportangebote, sowie Beratungs- und Qualifizierungsangebote stehen schon auf der Tagesordnung. Zu bestimmten Schwerpunkten wie Betreuung, Mobilität, Qualifizierung, Jung mit Alt, Internet/Social Media und Kultur erarbeiten ehrenamtliche Interessengruppen weitere Angebote für die Steinheimer Bürgerinnen und Bürger.

Vorbildhafte Pflegekonzepte sichtbar machen

Ausschlaggebend für die Entscheidung zugunsten von GeiSt war die vorbildliche Gründung einer eigenen Stiftung zur Durchführung des Vorhabens und die Kooperation des Sozialunternehmens mit der Stadt zur Finanzierung des Projektes. Die Bewohner des Stadtteils wurden in verschiedenen Projektgruppen eingebunden; zudem wurde ein Quartiersmanagement eingerichtet. „Wenn Menschen wie im Projekt GeiSt gemeinsam aktiv werden und sich gegenseitig unterstützen, stärkt das nicht nur das Gemeinschaftsgefühl, sondern auch jeden einzelnen Bewohner“, würdigt UKV-Vorstandsmitglied Manuela Kiechle den Preisträger. Mit dem Pflegeinnovationspreis wolle man vorbildhafte Projekte wie GeiSt sichtbar machen und zur Nachahmung empfehlen.

„Wunderbare Bestätigung und Ansporn für die weitere Arbeit“

Der mit 10.000 Euro dotierte Pflegeinnovationspreis wurde von der Sparkassen-Finanzgruppe gemeinsam mit der UKV - Union Krankenversicherung ins Leben gerufen. Dabei werden Lebensräume ausgezeichnet, die so gestaltet sind, dass ältere Menschen in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können und dort Unterstützung und Pflege erhalten. Teilnahmeberechtigt sind Projekte, Institutionen oder Vereine, die sich der „Pflege im Quartier“ widmen, praxisbewährt sind und drei Grundpfeiler der Quartiersarbeit erfüllen: Wohnen als Grundversorgung, ortsnahe Unterstützung und Pflege so-wie Beratung und soziale Netzwerke.

2018 haben sich bundesweit 54 Projekte für den Pflegeinnovationspreis beworben. Aus diesen hat die achtköpfige Jury den diesjährigen Gewinner GeiSt gekürt. Geschäftsführer des Alters-Instituts als Projektträger von GeiSt Dr. Bodo de Vries: „Der Pflegeinnovationspreis ist eine wunderbare Bestätigung für unser neuartiges Konzept und gleichzeitig Ansporn für die weitere Arbeit. Wir freuen uns sehr über diese Anerkennung und werden das Preisgeld für unsere Bürgerstiftung verwenden.“

Die Übergabe des Preises wird in feierlichem Rahmen in Steinheim stattfinden.

 


 

Offizelles Ende des Projektes „GeiSt – Gemeinsam in Steinheim“ / 31. August 2017

 

Das Projekt GeiSt – gefördert durch die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW, die Stadt Steinheim und die Johannesstiftung wurden möglich, weil zum einen die Voraussetzungen für ein gelingendes Quartierslabor erfüllt waren und zum anderen engagierte Stakeholder auf eine Umsetzung der gemeinsamen Zielsetzungen drängten.

Video GeiSt-Steinheim

Im Alters-Institut entstand ein Konzept, das eine dreijährige Entwicklung neuer Wege der Quartiersentwicklung im ländlichen Raum ermöglichte. Die Stadt Steinheim steht wie viele Kommunen vor der Aufgabe Hilfe- und Pflegestrukturen aufzubauen, denn eine alternde Bürgergesellschaft hat Anspruch auf eine bedarfs- und bedürfnisgerechte Versorgung. Sie soll dabei nicht ausschließlich alte Menschen, sondern ebenso das Thema Generationengerechtigkeit in den Blick nehmen.

Das Modellprojekt hat bedeutsame Ergebnisse und Impulse gewonnen, die mindestens landesweit der fachlichen und sozialpolitischen Entwicklung von Quartiersversorgung dienlich sein werden.

ERFAHRUNGSBERICHT

Erfahrungsbericht

Link zur Homepage GeiSt-Steinheim

Erfolgreicher Abschluss des Projekts "Beziehungspflege mit Humor"

Im Rahmen der Jahrestagung des Ev. Johanneswerks e.V. bilanzierte der Vorstand das vergangene Jahr und feierte mit rund 300 Gästen den erfolgreichen Abschluss des bundesweit einzigartigen Projekts ‚Beziehungspflege mit Humor‘.

Jahrestagung 2016

Der Projektabschluss bildete den Mittelpunkt der Tagung, zu der fast 300 Führungskräfte und Mitarbeitende des Werks aus ganz NRW nach Bielefeld angereist waren. Unter anderem der Projektförderer Dr. Eckart von Hirschhausen diskutierte mit Gästen aus Politik und Wissenschaft über die Ergebnisse der Begleitforschung und die Nachhaltigkeit von Humorschulungen für Mitarbeitende. „Wir sind beeindruckt von der Wirkung der Schulungen“, so Dr. Bodo de Vries, stellvertretender Vorstandsvorsitzender. „Sie haben die Achtsamkeit untereinander in unseren Altenheimen messbar und spürbar verbessert. Deshalb werden wir das Thema auch fortführen.“

Der Evaluationsbericht des Alters-Instituts steht hier für Sie zum Download bereit.

Eine Zusammenfassung der Projektergebnisse wurde auch in der aktuellen Ausgabe der proAlter veröffentlicht (Ausgabe 2/2017, S. 45 ff.). Link zur Ausgabe: proAlter

Tagung zum Auftakt des Modellprojekts „Pflege stationär – Weiterdenken!“

Anlässlich des Starts des Projekts Pflege stationär - Weiterdenken! hatte das Alters-Institut am 13. Oktober 2016 zu einer Auftaktveranstaltung in die Johannesstiftskapelle in Bielefeld geladen. Ausführliche Informationen finden Sie hier.

Entwicklung der Verweildauern in der Altenpflege

Das Alters-Institut gGmbH hat im Auftrag des Ev. Johanneswerkes e.V. eine Untersuchung zur  Entwicklung der Verweildauern in seinen stationären Pflegeeinrichtungen durchgeführt. Die Ergebnisse dieser repräsentativen Studie belegen einen signifikanten Trend zur Abnahme der Verweildauern in der stationären Altenpflege und zeigen zudem deutliche Unterschiede zwischen den Einrichtungen auf.

Der zusammenfassende Forschungsbericht steht auf dieser Seite als Download zur Verfügung. Um den Bericht herunterzuladen, klicken Sie bitte auf diesen Link. 

Die aus der Analyse abzuleitenden sozialpolitischen Konsequenzen aus Sicht des Ev. Johanneswerks stehen ebenfalls hier zum Download bereit.